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Chronik des SV Bernried seit 1948

Erstes Mannschaftsfoto
Erstes Mannschaftsfoto

Der unselige Krieg ging 1945 seinem Ende entgegen. In der Jugend, die bis zu diesem Zeitpunkt geführt, um sicht zu sagen verführt wurde, entstand zunächst eine Leere. Kriegsteilnehmer der jungen Generation wurden nach und nach entlassen und gesellten sich zu ihnen. Einer von ihnen war Artur Langhammer, ein gebürtiger Thüringer, der mit Grelt Deml, Bernried verheiratet war. Bei der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung wurde mehr und mehr dem Fußballspiel der Vorzug gegeben. Erst waren es Spiele auf der Straße, die sich immer mehr erweiterten, so dass man mehr oder weniger gezwungen war, sich nach größeren Plätzen umzusehen. Der "Fußballplatz" war eine Wiese, kostenlos zur Verfügung gestellt von der Familie Hans Gleixner, Haselried. Doch für Verbandspiele war dieser Platz zu klein. In dieser Zeit der Vorbereitung war Artur Langhammer, der als Vereinsspieler aus der Kreisliga kam, unser großes Vorbild und Lehrmeister. Als wir uns stark genug fühlten, gingen wir dazu über, Vergleichsspiele mit umliegenden Ortschaften auszutragen. An dieser Stelle darf nicht unerwähnt bleiben, dass uns Josef Kraus aus Marketsried, seligen Angedenkens, ebenfalls Kostenlos seine Wiese zur Verfügung stellte. Spiele wurden ausgetragen gegen die Ortschaften: Premeischl, Thanstein, Friedersried und zu guter Letzt haben wir es sogar gewagt gegen den FC Rötz anzutreten.


Mehr und mehr wurden wir vom Fußballfieber erfaßt. Mittlerweile schrieb man das Jahr 1948, als der Gedanke im Verband zu spielen, Wirklichkeit wurde. Fieberhaft wurde nach einem passenden Spielplatz gesucht. Was lag näher, als sich in gemeindeeigenen Grundstücken umzusehen, ob nicht ein passender könne. Zunächst war man der Meinung, der Trenkberg könnte passen. Steine, Sträucher, Dornen und Hecken haben den Platz bedeckt. Die Steine waren zum Teil backofengroß, auf beiden Seiten waren Mauern aus Steinen aufgeschichtet. Keiner glaube recht daran, dass dies einmal ein Fußballplatz werden würde, auf dem man Verbandsspiele austragen kann, doch was sollten wir tun ? Weiter auf Privatwiesen Schaden anrichten, auf auf gemeindeeigenen Grund einen Platz roden, auf dem man wenigstens Fußballspielen konnte, ohne sofort an zu roden. Da wir keine Mittel hatten, einen Sprengmeister zu bezahlen, haben wir Steine, die nicht zu bewegen waren, wegen ihr Größe, einfach untergraben und im Boden versenkt. Jede freie Minute wurde ausgenutzt, um zu graben, damit wir so schnell wie möglich zu einem bespielbaren Platz kamen.


Gründungsstein
Gründungsstein

Als unsere Gemeindeväter diese enormen Anstrengungen der Jugend sahen, waren sie sichtlich überzeugt, dass hier eine Jugend am Werk ist, die es ernst meint, die alles gibt, ihr einmal gestecktes Ziel zu erreichen. Kurzerhand machte sicher unter Führung von Sepp Balk, der für die Jugend schon immer ein offenes Ohr hatte, eine Delegation auf, einen Platz zu bekommen, der für uns besser geeignet war als das Provisorium auf dem "Trenkberg". Wir bedauerten sehr, dass wie so viel Arbeitskraft investiert hatten, für nichts ? Doch alles ist irgendwann für irgend etwas auch wieder gut. Heute steht auf dem Platz, den die Väter einen Fußballplatz gerodet hatten, die Bruder Klaus-Kapelle, die unsere "Kinder" dieses Jahr erbauten. Aus der heutigen Sicht betrachtet, dürften wir froh sein, dass sicht mehr weiter gearbeitet wurde, denn der Platz wäre zu Verbandspielen viel zu klein geworden. Von dem Schaden, den wir dem Anlieger gemacht hätten, wollen wir gar nicht sprechen.

"Einsam ersonnen
gemeinsam begonnen
aus der Not eine Tugend
für unsere Jugend"

August 1974 - SV Bernried
Zur Sportplatzeinweihung 1974

Langhammer Artur, Deml Max, Gruber Alois, Brunner Johann, Brunner Josef, Stoiber Fritz, Reindl Franz, Stoiber Adolf, Stoiber Hans, Seigner Alois, Gruber Alfons, Hofbauer Josef

Aber schon das Jahre 1955 brachte die größte Sorge für den Verein. Es kam sogar so weit dass wegen Spielermangel der Verein für den Fußballsport aufgegeben werden musste. Erst im Jahre 1968 wurde der Verein wieder aus der Taufe gehoben und neu angemeldet. Der Sportplatz, der bereits verwildert war, wurde spielfähig gemacht. Man musste in mühevoller Arbeit sehr viel Humus auffahren. Kurze Zeit später wurde er neu angesät. Damit konnte der Spielbetrieb von neuem aufgenommen werden.